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  Lao Tse Tao te king
 
Kapitel 1

1     Könnten wir weisen den Weg,
    Es wäre kein ewiger Weg.
    Könnten wir nennen den Namen,
    Es wäre kein ewiger Name.

2    Was ohne Namen,
    ist Anfang von Himmel und Erde;
    Was Namen hat,
    Ist Mutter den zehntausend Wesen.

3    Wahrlich:
    Wer ewig ohne Begehren,
    Wird das Geheimste schaun;
    Wer ewig hat Begehren,
    Erblickt nur seinen Saum.

4    Diese beiden sind eins und gleich.
    Hervorgetreten, sind ihre Namen verschieden.
    Ihre Vereinung nennen wir mystisch.
    Mystisch und abermals mystisch:
    Die Pforte zu jedwedem Geheimnis.


Kapitel 45

105    Ein gross Vollendetes scheint voll von Rissen,
    Doch im Gebrauche bleibt es unverschlissen.
    Ein gross Gefülltes scheint wie leer,
    Doch im Gebrauche gibts unendlich her.

    Ein gross Aufrechter scheint wie krumm;
    Ein grosser Könner scheint wie dumm;
    Ein grosser Redner stockt wie stumm.

106    Durch Ungestüm besiegt man die Kälte;
    Durch Stillsein besiegt man die Hitze.
    Durch Reinheit und Stille
    Machst du das Erdreich recht.


Kapitel 45 (aus einer anderen Interpretation)
Große Vollendung muß wie unzulänglich erscheinen,
so wird sie unendlich in ihrer Wirkung.
Große Fülle muß wie strömend erscheinen,
so wird sie unerschöpflich in ihrer Wirkung.
Große Geradheit muß wie krumm erscheinen.
Große Begabung muß wie dumm erscheinen.
Große Beredsamkeit muß wie stumm erscheinen.
Bewegung überwindet die Kälte.
Stille überwindet die Hitze.
Reinheit und Stille sind der Welt Richtmaß.



Kapitel 71


171    Um sein Nichtwissen wissen
    Ist das Höchste.
    Um sein Wissen nicht wissen
    Ist krankhaft.

172    Wohl! Nenne das Kranke krank!
    So nur bist du nicht krank.

    Der Heilige Mensch ist nicht krank.
    Er nennt das Kranke krank,
    Deshalb ist er nicht krank.
***

Das Gesamtwerk ist unter dem Link "Tao te king" HTML Herausgabe von Dan Baruth einzusehen.
 
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